Stephan Dunkel im Gespräch über die MTV-Erfolge bei der Goldenen Nacht des Thüringer Sports am 24. April in der Zentralheize Erfurt
Die Sportler in Thüringen sind wie eine große Familie. Welche Verwandten hast du denn bei der festlichen Veranstaltung zuerst gesehen?
Es waren tatsächlich Sportlerinnen und Sportler aus der engen MTV-Familie dabei.
Das hättest du auch Zuhause in der MTV-Halle haben können?
Nein, bestimmt nicht. Stellvertretend für die 391.826 Mitglieder in den 3189 Thüringer Sportvereinen empfingen nämlich unsere Sportakrobatinnen und Sportakrobaten die Gäste am pinkfarbenen Teppich und standen auf der Bühne. Das war auch für mich eine Überraschung. Wim und Edda sind ja deutsche Vizemeister in der Altersklasse bis 14 Jahre (Schüler), ebenso wie Henriette, Viktoria und Magdalene bei den Junioren (bis 19 Jahre). Ihr sportliches Ziel ist nicht weniger als die Qualifikation für die WM 2026 in Italien.
Hat dich an ihrem Auftritt noch etwas überrascht?
Ja, das hat es. Ich kenne natürlich die Übungen, die sie im Rahmenprogramm gezeigt haben. Und ich habe mich, wie wir alle im Verein, an ein ungemein hohes Niveau gewöhnt. Das merkte ich an diesem Abend an den vielen „Ahs“ und „Ohs“ im Publikum und ziemlich gut an dem starken Szenenapplaus. Da lernt man wieder einmal, dass etwas nicht selbstverständlich ist, nur weil man es täglich in der Turnhalle sehen kann. Unsere Akrobatik ist herausragend.
Wie sah es bei den Auszeichnungen für den MTV aus?
Fast schon unglaublich. Wir haben drei, eigentlich ja vier Nominierungen. In der neuen Kategorie „Ehrenamt des Jahres“ gewann das Organisationsteam des Erfurter Nachtlaufs 2025. Nils Dunkel kam mit dem zweiten Platz zum ersten Mal unter die Top3. Das Organisationsteam der Deutschen Jugendmeisterschaften der Sportakrobatik belegte den 7. Platz in der Kategorie „Ehrenamt des Jahres“. Und schließlich gehört auch der siebente Platz von Flossenschwimmer Marek Leipold ein Stück weit zum MTV. Der Gewinner der World Games in seiner Sportart ist ein MTV- Turner und unterstützt uns als Trainer.
Warum findest du diese Ehrungen wichtig?
Weil sie eine Arbeit würdigen, die oft unsichtbar bleibt. In einer Veranstaltung wie dem Erfurter Nachtlauf stecken Hunderte von Stunden der Vorbereitung. Diejenigen, die mitmachen, fragen sich immer nur: Wo fehlt es? Wo kann etwas schief gehen? Was brauchen wir noch? Es soll ja alles gut funktionieren. Eine solche Auszeichnung belegt dann, dass diese Arbeit wirklich gesehen wird, dass sie eben nicht selbstverständlich ist. Und ich darf im Publikum sitzen und das hören. Da bin ich dann richtig, richtig stolz auf unser Miteinander im Verein.
Das habt ihr dann bis in den Morgen gefeiert?
Leider nicht. Wir hatten Termine. Nils kam am Freitag direkt vom Training in Halle nach Erfurt und hatte am Samstag einen Bundesliga-Wettkampf in Straubenhardt, Baden-Württemberg. Ich bin am Samstag früh mit unserer Mannschaft der Turn-Talent-Schule zum Wettkampf gefahren. Aber auch bis 23 Uhr gab es nach dem offiziellen Programm einige gute Gespräche.
Und wie war der Wettkampf der Erfurter Turntalente?
Sehr gut. Wir haben gewonnen und Medaillen geholt. Da konnte ich gleich noch mal stolz sein.
Das Interview wurde von Ute Rang geführt.
Foto: Karina Heßland-Wissel